Mittwoch, 3. April 2013

Warum dieser Blog?

Jeder junge Journalist versucht sich irgendwie zu etablieren. Versucht Erfahrungen zu sammeln,  Kontakte zu knüpfen, sich zu verbessern oder sich möglicherweise sogar einen Namen zu machen. Doch Deutschland ist überflutet mit Schreiberlingen, die alle das gleiche Ziel haben. Von den Top 100 deutschen Blogs stammt außerdem nur einer von einer Frau und Studien haben ergeben, dass weibliche Journalisten zwar meist besser ausgebildet sind, später aber trotzdem häufig niedrigere Positionen mit weniger Verantwortung bekleiden. Warum also dieser Blog?

In meinem ersten Beitrag wird es um das Thema Neid gehen. Menschen geben weitaus offener zu, dass sie jemanden hassen, als dass sie bereit sind zu sagen, dass sie neidisch auf jemanden sind. Deswegen gehe ich mit gutem Beispiel voran: Ich bin neidisch. Neidisch auf all diejenigen, die es bereits geschafft haben, die an einer Journalistenschule angenommen wurden, einen begehrten Volontariatsplatz ergattert haben, die sich die Mitarbeit in einer Zeitung erschrieben und erkämpft haben. Es war sogar soweit, dass ich neidisch auf Zoe Barnes war, eine junge Reporterin beim Washington Herald aus der Serie "House of Cards". Sie kommt frisch von der Uni und versucht nun eine gute Journalistin zu werden, doch man lässt sie nicht recht. Beim Herald schreibt sie nur über Hundetreffen und neue Joggingstrecken und kann ihr Potential kaum ausschöpfen. Den großen Coup landet sie erst, als sie dem Abgeordneten Frank Underwood ein unmoralisches Angebot unterbreitet. Sie wird zur Top-Reporterin, da sie als erste Insiderinformationen aus dem Weißen Haus bekommt. Der Ruhm steigt ihr zu Kopf, das gefällt ihrem Chefredakteur gar nicht. Er will sie aus dem Rampenlicht holen und beschimpft sie zuletzt sogar als Fotze. Das lässt sich Zoe nicht gefallen, sie veröffentlicht diese Aussage bei Twitter und in ihrem Blog. Sie kündigt beim Herald und bekommt nun Angebote von den wichtigsten und beliebtesten Zeitungen in Washington. Ihr ehemaliger Chefredakteur jedoch wird gefeuert.

Zoe Barnes ist sicher kein Beispiel für integeren Journalismus, aber sie hatte mit ihrem Blog eine Plattform, auf der sie unzensiert veröffentlichen konnte, was sie als richtig und wichtig empfand. Darauf war ich neidisch. Ein Blog bietet die Möglichkeit, das zu schreiben was man will und es auch in der Form zu schreiben, wie man will. Das möchte ich auch. Deswegen der Blog. Schaut vorbei!



Kommentare:

  1. Viel Glück, viel Erfolg und vor allem jede Menge Spaß
    wünscht
    das Pantoufle von der Schrottpresse

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